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Der Mensch steht im Mittelpunkt – nicht die Demenz
Referent des Abends war Herr Dr. medic Peter Milata. Die Veranstaltung stieß auf große Resonanz, der Saal war bis auf den letzten Stuhl besetzt. Ganz offensichtlich bewegt das Thema viele Menschen, die entweder als betroffene oder betreuende Person mit dieser komplexen Krankheit konfrontiert sind.
Die Fähigkeiten und Bedürfnisse der erkrankten Person statt deren Defizite hervorheben, das war an dem Abend eine zentrale Botschaft von Herrn Milata, Facharzt für Innere Medizin und Geriater an den Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg. In seinem Vortrag ging er auf die personenzentrierte Betreuung und Stärkung vorhandener Fähigkeiten bei Menschen mit Demenz, sowie Vorsorgemaßnahmen vor und bei Demenz ein.
Im Alltag mit dem Erkrankten, der die betreuenden Personen immer wieder vor große Herausforderungen stellt, sei es wichtig die Bedürfnisse und Gefühle hinter dem Verhalten der Person mit Demenz zu erkennen und auf deren persönliche Realität und Tagesform einzugehen, um dadurch Stress zu reduzieren. Die selbstständige Alltagsgestaltung der erkrankten Person sollte so lange wie möglich gefördert werden, um ihre Selbstbestimmung und Würde zu stärken.
Besonderen Fokus legte Herr Milata auf Aktivitäten in der Gemeinschaft, wie gemeinsam singen, erzählen, sich erinnern, Freude teilen oder auch Mahlzeiten gemeinsam einnehmen. Durch die Gruppendynamik und Nachahmung werden die vorhandenen Fähigkeiten angeregt und gestärkt. Das Erleben in der Gruppe zählt neben gesunder Nahrung und körperlicher Aktivität zu den wichtigsten Maßnahmen gegen Demenz: Die größten Risikofaktoren sind unter anderem Einsamkeit, körperliche Inaktivität, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Schwerhörigkeit, hohe Beeinträchtigung des Sehens.
Ein wichtiges Anliegen von Herrn Milata war es, die Gesellschaft für das Thema Demenz zu sensibilisieren und Stigmatisierung diesbezüglich abzubauen, denn die Erkrankung ist häufig noch mit Scham behaftet. Dazu möchten die Hochtaunus-Kliniken mit der angestrebten Zertifizierung aller drei Standorte als demenzsensible Krankenhäuser beitragen. Nach der Zertifizierung des St. Josef Krankenhauses in Königstein im Jahr 2025 sollen im kommenden Jahr auch die Kliniken in Bad Homburg und Usingen folgen.
Nach Beantwortung der anschließenden Fragen aus dem Publikum bedankte sich dieses mit großem Beifall für den informativen und lebendigen Vortrag von Herrn Milata.
