Gedanken zum Jahreswechsel
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Gedanken zum Jahreswechsel von
Herrn Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Liese
Liebe Usinger Mitbürgerinnen und Mitbürger,

eigentlich konnte ich als Stadtverordnetenvorsteher in der letzten Sitzung der Stadtverordneten am 02.12.2019 zufrieden sein. Der Doppelhaushalt wurde verabschiedet und damit der Handlungsrahmen für 2020/21 abgesteckt.

Beim darauf folgenden Neujahrsempfang konnte ich wieder vielen Bürgern*innen und Gästen ein friedvolles neues Jahr mit Handschlag wünschen. Das war am 19. Januar 2020 und ich werde diese persönlichen Begegnungen zum Jahresbeginn 2021 sehr vermissen.

Dann am 27. Januar 2020 trat in Bayern der erste Fall einer durch das Corona-Virus verursachten Erkrankung auf und Ende Februar war der Beginn der Epidemie im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Im März wurden dann die ersten Todesfälle gemeldet und die Weltgesundheitsorganisation stufte den Ausbruch der vom Virus verursachten Erkrankung als Pandemie ein. All dies bestimmt unser Leben bis heute, auch in unserer Stadt.

„Nicht aber, was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus“, sagt Marie von Ebner-Eschenbach.

Wir werden mit einer neuen Realität konfrontiert, die unser Leben verändert.
Viele Bereiche unseres Daseins sind massiv betroffen. Bis hinein in unser privates Leben. Erwähnen möchte ich unsere Familien, Kindertagesstätten, Bildungseinrichtungen, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Ärzte und Krankenhäuser, Altenheime, Gaststätten und Geschäfte, Vereine und besonders unser kulturelles Leben. Hier stehen wir vor großen Herausforderungen.

Niemand ist geübt darin, solche Herausforderungen in kurzer Zeit zu lösen. Ich möchte, dass wir die innere Kraft besitzen, nicht vor solchen Herausforderungen zu kapitulieren. Eine Form der Kapitulation ist aber der Weg in nationalistischen Abgrenzungsparteien, die einfach behaupten, es gäbe diese Pandemie nicht und deshalb könnte man einfach so weitermachen wie bisher. Für den Zustand eines offenen, liberalen Zusammenlebens in unserer Stadt ist es aber ganz wichtig, an die Verantwortung des Einzelnen zu erinnern, die die Grundbedingung für eine funktionierende, freiheitlich demokratische Grundordnung darstellt. Dazu gehört Mut und Souveränität. Diese Grundhaltung wünsche ich mir nicht nur für diese schwierige Zeit.

An dieser Stelle freue ich mich darüber, dass sich viele unserer Bürgerinnen und Bürger bereit erklärt haben, auf den Listen der demokratischen Parteien für die Kommunalwahl zu kandidieren.

Mein Herzenswunsch für Sie im kommenden Jahr ist, dass Sie und Ihre Familie gesund und zuversichtlich durch diese außergewöhnliche und verzichtbehaftete Zeit kommen und wir die Bewältigung der Herausforderungen als gemeinsame Aufgabe für unsere Stadt sehen.

Ihnen allen ein gesundes neues Jahr

Ihr
Gerhard Liese
Stadtverordnetenvorsteher
Gerhard Liese