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Usinger helfen Kriegsversehrten und Unfallopfern

USINGEN - (sch). Auch diesen Sommer waren mit „Come and work“ Karsten Schulz und sein Team vom ehrenamtlichen Verein PRO Uganda in das afrikanische Land gereist, um Kriegsversehrten und Unfallopfern vor Ort moderne Prothesen zu bauen. Ein erheblicher Fortschritt ist das neue Werkstattgebäude, das kurz vor seiner Fertigstellung steht und bald eingeweiht werden soll.

Zusammen mit sechs Helfern flog Schulz nach Entebbe, von dort ging es weiter nach Kiungo/Mukono in Ost-Uganda. Seit über 20 Jahren bilden der Lehrer Schulz und Kollege Horst Lohrey an der Saalburgschule Orthopädietechnik-Mechaniker aus (der UA berichtete). Viele seiner Teammitglieder sind ehemalige Schüler. Auch bei der achten Reise innerhalb von vier Jahren nahmen alle Helfer regulären Urlaub und bezahlten die Reise aus eigener Tasche! Diese Reise stand jedoch unter einem besonderen Stern: Das seit langem geplante erste feste Werkstattgebäude ist fast fertig – bisher wurde provisorisch und meistens im Freien gearbeitet. Dieses Gebäude wird von einheimischen Baufirmen erstellt und hat außer den Nebenräumen eine 400 Quadratmeter große Werkstatt. Das sind hervorragende Bedingungen, verglichen mit dem bisherigen, eher provisorischen Zustand. In Westerfeld konnte im Frühjahr ein Container mit Technik, Werkzeugen und Maschinen gepackt und auf die Reise nach Uganda geschickt werden. „Der wird vor Ort an das Werkstattgebäude angeflanscht und dient dauerhaft als Lager“ erklärte Schulz. „Richtig spannend war, dass unser Container im gleichen Moment ankam wie wir“, so Schulz. Insgesamt 200000 Euro hat der Verein investiert, ausserdem lebt seit Jahresanfang die junge Familie Aaron und Debora Bremer mit Kind in Uganda, so dass der junge Orthopädietechnik-Mechaniker aus Wetzlar ganzjährig Prothesen anfertigen und anpassen kann. „Das ist ein Traum für die dortigen Menschen mit Handicap“, freute sich Schulz.

Eine weitere wertvolle Hilfe ist Max Gräs, ein weiterer Mechaniker, der mit einem achtmonatigen Stipendium aus Baden Württemberg vor Ort ist. Auf die Nachricht, dass die Orthopädietechniker wieder in der Region sind, kamen auch diesesmal sehr viele Menschen angereist. Deswegen musste man für die zwei Wochen Aufenthalt eine Auswahl von neun Patienten treffen. Einer der Glücklichen war Steven Egassa (Foto), der von sehr weit her aus dem Osten nah an der kenianischen Grenze angereist kam und sechs Stunden Fahrt hinter sich hatte. Seine neue Unterschenkelprothese versetzt ihn zum ersten Mal nach drei Jahren wirder in die Lage mit beiden Beinen zu stehen und zu gehen. Damit wird er wieder selbstständig in seinem Malerbetrieb mitarbeiten und seine Familie versorgen könen.

In der zweiten Woche veranstaltete man mit einheimischen Orthopädietechnik-Mechanikern (die man ausgebildet hat) und geladenen Gästen ein Anprobe-Event, das etwa 40 Interessierte nutzten. Darüber hinaus plant PRO Uganda für Juni 2018 einen Kongress für ortsansässige, angelernte Mechaniker im Haus. Das soll am 14. Oktober eingeweiht werden: Ab dann können dann auch außerhalb unserer Reisen aus Deutschland ganzjährig Mechaniker wie Bremer und Gräs arbeiten und jederzeit helfen.“ Ein Riesenfortschritt・ resümierte Schulz. Diese Arbeit braucht Geld: Weitere Informationen zu PRO Uganda, eine Foto- und Videodokumentation, sowie Spendenmöglichkeiten finden sich im Internet unter www.prouganda.de. Der gemeinnützige Verein stellt auch Spendenquittungen aus.
Sechs Stunden Reise hat Steven Egassa auf sich genommen, damit er wieder mit „beiden Beinen im Leben stehen“ kann. Fotos Schwager

Datum: 12.10.2017
Autor: Horst-Walter Schwager
Quelle: Usinger Anzeiger
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